14 2010
Die Passivhaus-Förderung erleichtert die Entscheidung
Besonders energieeffizient ist das moderne Passivhaus. Förderung für dieses mit hohen Mehrkosten verbundene Gebäude, bietet die geringe Baukreditverzinsung der staatlichen KfW-Bank.
Die Anforderungen an das Passivhaus nach der neuen Energieeinsparverordnung 2009 sind sehr hoch. Zum Beispiel darf der minimale Jahres-Heizwärmebedarf (netto) für die Raumheizung sich nur auf rund 15 kWh/m² im Jahr belaufen, für Haushaltsstrom nur 10 kWh/m² und für die Warmwasseraufbereitung nur rund 7 kWh/m² jährlich verbraucht werden. Besonders ist, dass eine solarthermische Anlage zur Warmwasseraufbereitung verpflichtend ist.
Der Standard ist für ein Einfamilienhaus kaum wirtschaftlich, da das sogenannte Hüllflächen-Volumenverhältnis hier zu ungünstig ist. Die auskühlende Oberfläche, also die Mauerwände und das Dach, sollten möglichst gering im Verhältnis zu dem Volumen des Gebäudeinneren bemessen sein. Dies trifft vornehmlich für Reihenhäuser, Mehrfamilienhäuser, Büro- und Verwaltungsgebäude zu.
Bemerkenswert ist auch, dass auf ein konventionelles Heizsystem verzichtet wird, sondern ausschließlich eine Restheizung für die kältesten Tage im Jahr erforderlich ist. Für die Solarkollektoren ist eine optimale Ausrichtung des Gebäudes zur Sonne unumgänglich. Des Weiteren müssen außergewöhnlich spezifizierte Fenster mit hoher Wärmedämmung verbaut und eine Anlage zur Wärmerückgewinnung in die automatische Lüftungsanlage verbaut sein.
Will man das optimale Passivhaus sollte zusätzlich noch eine geothermische Anlage für die Erdreichvorwärmung integriert werden.
Selbstverständlich ist die hocheffiziente Anlagentechnik und energieeffiziente Bauausführung mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Es gibt allerdings eine staatliche Passivhaus-Förderung, die diese hohe Investition durch eine sehr geringe Kreditverzinsung kompensieren kann. Zweifellos ist aber, dass dieses für den Zweck der Energieeinsparung optimal ausgestattete Gebäude, eine sinnvolle und zukunftsgerechte Anlage ist. Grund dafür ist der überwiegende Verzicht auf die konventionellen Energieträger und das hohe Energieeinsparpotenzial im Passivhaus. Förderung durch die KfW-Bank erleichtert die Entscheidung für die Erbauung eines solch planungsintensiven Gebäudes. Letztlich leistet der Bauherr damit auch einen wichtigen Beitrag in den Schutz der Umwelt und des Klimas.