03 2010
Das Energiesparhaus als Chance für eine bessere Umwelt.
Durch effektiver werdende Anlagentechnik und intensivere Wärmeschutzmaßnahmen wird das Energiesparhaus in der Zukunft ein großes Potenzial nicht nur für die Baubranche haben, sondern auch für das eigene Portemonaie.
Der steigende Energieverbrauch ist global betrachtet eine der größten menschlichen Herausforderungen der Neuzeit. Das Problem dabei ist das beschleunigte Wachstum der Bevölkerung, gerade in den Entwicklungsländern wie China und Indien. Für den Zeitraum zwischen 2025 und 2030 schätzt man, dass die Anzahl der Menschen von heute etwa 6,5 Milliarden Einwohner auf dann 8 Milliarden Einwohner steigen wird. Diese Tatsache stellt die Branchen der Energieversorgung vor viele gewichtige Fragen.
In Deutschland steigt der Energieverbrauch nicht unbedingt, weil die Bevölkerung nicht mehr stark wächst, allerdings werden die Ressourcen zur Energieerzeugung überwiegend importiert.
In einigen Jahrzehnten könnte dies zu einer existenziellen Abhängigkeit zu politisch instabilen, aber rohstoffreichen Ländern führen. Um dem vorzubeugen, steht die Branche der „Erneuerbaren Energien“ seit Anfang dieses Jahrhunderts im Fokus auch des politischen Interesses in Deutschland.
Aber nicht nur die Energieerzeugung ist im Wandel begriffen, auch die Energieeinsparung. 30% der Gesamtenergie in Deutschland wird für Raumwärme verbraucht. Von dieser Gesamtenergie wiederum werden in einer Einzelwohnung 80% für Beheizung, 10% für Brauchwassererwärmung und 10% für Strom eingesetzt. Ende der 90er Jahre wurde die Energieeinsparverordnung (EnEV) eingeführt mit dem Ziel, alle Einsparpotenziale eines Gebäudes zu erfassen und diese bautechnisch bestmöglich umzusetzen. Das Energiesparhaus war geboren. Maßgeblich dafür sind alternative Anlagentechnik und eine effizientere Bauausführung.
Das Energiesparhaus soll nach EnEV einen Jahres-Heizwärmebedarf (netto) von ca. 30 kWh/m² für die Raumheizung aufweisen können. Die zu beachtenden Einzelparameter für die Bausubstanz und die Anlagentechnik sind sehr planungsintensiv, letztlich unterliegt das Energiesparhaus aber auch den Fördermöglichkeiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Wer ein Eigenheim baut, muss sich zwar an die von der EnEV geforderten Mindestrichtwerte für die Energieverbrauchskennwerte halten, wird aber bei dieser Investition gestützt und leistet letztlich auch einen wichtigen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz.